Hochwasser In Deutschland- 58 Tote Und Etliche Verletzte Und Vermisste

Die Bilder, die man derzeit in den Nachrichten sieht, kennen viele wohl nur aus Nachrichten über Tsunamis in Ländern wie Indonesien, den Philippinen oder Japan. Es sind erschreckende Bilder, die Zerstörung und Naturgewalten demonstrieren, die viele niemals in einem solchen Ausmaß in Westdeutschland erwartet hätten.

Hochwasser In Deutschland- 58 Tote Und Etliche Verletzte Und Vermisste

Hochwasser In Deutschland- 58 Tote Und Etliche Verletzte Und Vermisste

Etliche Tote und Vermisste

Nach vermissten Personen wird derzeit mit allen Mitteln gefahndet, die weiterhin schlechte Wetterlage erschwert dabei aber natürlich die Suche. 200.000 Menschen in Nordrhein-Westfahlen und Rheinland-Pfalz waren laut Westnetz von Stromausfällen betroffen

Wie groß der materielle und menschliche Schaden wirklich ist, kann erst sicher gesagt werden, wenn zumindest die überschwemmten Straßen wieder zugänglich sind und die durch das Hochwasser abgeschnittenen Dörfer und Häuser betreten werden können.

Malu Dreyer, die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz sagt hierzu, dass weiterhin noch viele Menschen in Gefahr seien und es Vermisste und Tote gäbe. Mindestens 58 Personen sind hingegen verstorben aufgrund des Unwetters. In der rheinland-pfälzischen Stadt Schuld in der Eifel werden bislang 70 vermisste Personen gesucht und viele Familien und Menschen, deren Häuser einfach eingestürzt sind haben alles verloren.

Ganze Dörfer wurden in ihrer Infrastruktur beschädigt oder beinahe ausgelöscht: Wo früher der Metzger oder die Bäckerei waren, die häufig Dorftreffpunkte für die Einwohner*innen darstellten, liegen heute die Überreste eingestürzter Gebäude. In ganz Rheinland-Pfalz werden 28 Tote verzeichnet. Im angrenzenden Bundesland Nordrhein-Westfalen sind es wiederum mindestens 30 Menschen, die starben – darunter auch zwei Feuerwehreinsatzkräfte, die während einer Rettungsmission starben.

Klimawandel nun auch in Deutschland angekommen?

Die Umweltministerin Svenja Schulze spricht angesichts dieser apokalyptischen Bilder von schwimmenden Autos und Rettungskräften, die derzeit nach bis zu 60 vermissten Personen suchen, auch davon, dass der Klimawandel nun auch in Deutschland angekommen sei.

Die Vorfälle würden zeigen, dass der Klimawandel kein weit entferntes Phänomen sei, dass uns nicht betreffe und es wichtig sei, sich schon jetzt auf weitere, kommende Extremwetterphänomene vorzubereiten. Auch Bernd-Mehlig, der Leiter des Hochwasserinformationsdienstes des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen unterstützte die Ansicht, dass diese Art und Intensität der Unwetter und Überschwemmungen etwas für den Sommer in Westdeutschland komplett Ungewöhnliches seien.

Viele Umweltexpert*innen sehen die aktuellen Entwicklungen mit großer Sorge. Insgesamt regnet es in diesem Teil von Deutschland, bzw. in NRW und der Pfalz normalerweise 80 Liter im Monat. Allein in den letzten 48 Stunden waren es jedoch 148 Liter Regen pro Quadratmeter und somit ein Maß an Wasser, dass die dortigen Einwohner*innen schlichtweg völlig unerwartet und unvorbereitet trafen.

Hat das Unwetter Einfluss auf die Bundestagswahl?

Diese Aussagen sind nicht nur erschreckend, sondern insbesondere im Hinblick auf die kommenden Bundestagswahlen im September von Bedeutung: Viele direkt Betroffene, aber auch nicht betroffene Menschen, die von den ungewöhnlichen Vorfällen erschrocken sind, könnten nun darüber entscheiden, ob die CDU/CSU oder die Grünen gewinnen werden.

Da Merkels Klimapolitik bisher für viele kritische Bürger*innen nicht weitreichend genug war und die Grünen es bis dato nicht schafften die klimapolitische Agenda zu dominieren, könnte dies potenziell zu einem Umbruch bzw. Durchbruch der Grünen führen. Bis jetzt gibt es für diese im Raum stehenden wahlpolitischen Spekulationen jedoch noch keine konkreten Belege.

Überschwemmungen auch in Großstädten

Auch in der nordrheinwestfälischen Stadt Hagen, die mit 180.000 Einwohnern bei weitem kein Dorf ist, wurde der Katastrophenfall ausgerufen, da die Volme, ein Nebenfluss der Ruhr die Ufer überstieg. Menschen, die nahe dem Ufer lebten oder sich dort aufhielten wurden dazu aufgerufen, den Bereich schnellstmöglich zu räumen und sich und ihre Familien in Sicherheit vor den Jahrhundertüberschwemmungen zu bringen.

Doch nicht alle waren dabei schnell genug und so sind bis heute Teile von Hagen, wie in der Pfalz, durch das Hochwasser isoliert und damit für Rettungskräfte unzugänglich. Sogar die Hauptstadt Nordrhein-Westfalens, Düsseldorf, musste zu einem Teil geräumt werden. Armin Laschet, der Kanzlerkandidat der CDU/CSU kehrte vorzeitig von einem Parteitreffen in Bayern zurück in sein Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Auch die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock sprach ihr Erschrecken über die Überschwemmungen aus und drückte gegenüber den Angehörigen von Verletzten, Vermissten und Verstorbenen ihr Mitgefühl und Beileid aus.

Hochwasser in weiteren Teilen Europas

Doch der Starkregen lässt sich natürlich nicht durch Grenzen aufhalten und so kam es bisher auch zu Überschwemmungen in Belgien, in Frankreich und in Eupen an der deutschen Grenze. Auch im Süden der Niederlande mussten tausende Menschen aufgrund von Überschwemmungen ihre Häuser verlassen.

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