Wird Berlin “nur geimpfte” Bars und Restaurants einführen?

Berliner Senatoren erwägen, die aktuellen „2G“-Regeln für Clubs auf andere Bereiche des öffentlichen Lebens wie Bars und Restaurants auszudehnen. Aber was würde das in der Praxis bedeuten?

Wird Berlin “nur geimpfte” Bars und Restaurants einführen?

Nach einem Bericht der Berliner Zeitung setzt sich Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop im Senat für schärfere Einreisebeschränkungen für Ungeimpfte ein. „Der Trend geht in diese Richtung“, sagte Pop gegenüber seinen Senatoren. “Wir sehen bereits Klagen und sollten lieber selbst Vorschriften machen, als uns treiben zu lassen.”

Wenn sie gesetzlich verankert würde, würde die „2G“-Regel effektiv bedeuten, dass Menschen, die sich auf negative Tests verlassen

Die Geimpften und Genesenen mussten dies unterdessen beweisen, um in einem Restaurant essen zu gehen oder sich mit Freunden auf einen Drink an der Bar zu treffen.

Ende August wurde im Land Hamburg die „2G“-Regelung eingeführt, bei der die Betreiber von Veranstaltungsorten die Wahl hatten, ob die Bar ungeimpfte Personen vom Betreten des Geländes abhielt.

Da Senatoren in Berlin angeblich über eine ähnliche Option nachdenken, könnten es Menschen, die noch nicht geimpft haben, bald schwerer haben, eine Nacht in der Stadt zu planen.

Aber wie wahrscheinlich ist es – und was würde das für Leute bedeuten, die das berühmte Nachtleben der Hauptstadt genießen wollen?

Für welche Veranstaltungsorte würde dies gelten?

Bisher gilt für Berliner Clubs eine 2G-Regel – Zutritt nur für Geimpfte und Genesene – was bedeutet, dass jeder, der das Wochenende im Berghain tanzen möchte, sofort diese Stiche bekommen sollte.

Doch Pop will laut Berliner Zeitung die Regeln nun auch auf Gastronomiebetriebe und Events wie Kongresse und Festivals ausdehnen.

Dies kann jedoch keine Pauschalregel sein: In Hamburg können Unternehmer die Option „2G“ wählen, wenn es ihnen passt, aber sie können auch beim etwas liberaleren „3G“ bleiben, das den Zugang für alle ermöglicht wer geimpft, genesen (genesen) ist oder einen negativen Test vorweisen kann (getestet).

Wenn das Gleiche in Berlin eingeführt wird, können ungeimpfte Menschen mit einer Glückssituation konfrontiert werden, in der sie zu einem Veranstaltungsort erscheinen müssen, in der Hand testen, um zu sehen, ob sie hinein dürfen.

Und wenn man sich für Hamburg entschieden hat, könnte die 2G-Option bei Barbesitzern sehr beliebt sein – am ersten Wochenende des neuen Systems haben sich mehrere Bars in Hamburgs pulsierendem Nachtleben-Hotspot für die Einführung des neuen Systems entschieden, andere sagten, sie wollten dies tun in naher Zukunft.

Würden noch Maßnahmen zur sozialen Distanzierung gelten?

An Orten, die sich für eine 2G-Regel entscheiden, wahrscheinlich nicht. Ähnlich wie in den Berliner Clubs bedeutet die Öffnung des Veranstaltungsortes nur für Menschen mit Covid-Immunität

Wie in Hamburg dürfte die Maskenpflicht auch in Innenräumen beim Gang zur Toilette oder Bar bestehen bleiben, unabhängig davon, ob der Veranstaltungsort nur für geimpfte und genesene oder auch getestete Personen geöffnet ist .

Auch für sogenannte „2G“-Bars dürften die nächtlichen Schließzeiten und Ausgangssperren entfallen, sodass das Berliner Nachtleben wieder eine 24/7-Affäre (zumindest für Geimpfte) wäre.

Was ist mit unter 18-Jährigen und Menschen, die sich nicht impfen lassen können?

Dazu gibt es noch keine Details, aber auch hier kann uns das Hamburger System etwas darüber sagen, wie das funktionieren würde.

Die Deutsche Impfkommission (STIKO) hat erst kürzlich eine generelle Empfehlung für 12-17-Jährige ausgesprochen, sich gegen Covid impfen zu lassen.

Aus Sicht des Hamburger Senats hat diese Altersgruppe daher nicht lange genug Zeit, um eine vollständige Impfung zu bekommen – sie müssen also keinen Impf- oder Genesungsnachweis vorlegen, um einen der „2G“-Veranstaltungen zu betreten. Da für jüngere Kinder noch kein Covid-Impfstoff zugelassen ist, gilt dies auch für unter 12-Jährige.

Für andere Personen, die sich nicht impfen lassen können, wie zum Beispiel Schwangere und immungeschwächte Personen, sind die Regeln viel strenger.

„Für diese Menschen ist es – vor allem im Interesse des Selbstschutzes – wichtig, sich keinen unnötigen Ansteckungsrisiken auszusetzen und die AHA-Regeln einzuhalten und beispielsweise Orte zu meiden, an denen sich Menschen ohne Social Distancing versammeln“, Der Hamburger Senat erklärte in einer Stellungnahme. “Deshalb wird medizinisch davon abgeraten, solche Veranstaltungen oder gar Orte zu besuchen.”

Im Klartext bedeutet dies, dass – vorausgesetzt, Berlin übernimmt das Hamburger Modell – dieser Personenkreis auch von bestimmten Bars und Restaurants ausgeschlossen wäre, die auf „2G“ setzen.

Was denken Unternehmer und Veranstalter von Events?

Darüber besteht derzeit kein Konsens – und es gibt Argumente dafür und dagegen. Dafür spricht, dass Bar- und Restaurantbesitzer ihre Lokale wieder voll auslasten könnten.

Aber wenn ein erheblicher Teil ihres Kundenstamms ausgeschlossen ist, wer weiß, wie viele kommen würden?

„Die Wahlfreiheit ist mit Abstand die beste Option“, sagte Thomas Lengfelder, Chef des Restaurantverbands Dehoga, der Berliner Zeitung.

„Unter uns gibt es keine einhellige Meinung. Die Vorschriften zur sozialen Distanzierung reduzieren die Kapazität jedes Restaurants um 30 Prozent – ​​andererseits glaube ich nicht, dass 2G wirklich Menschen in die Restaurants bringen wird.“

Unterdessen haben die Organisatoren der Konferenz ernsthafte Bedenken, dass eine „2G“-Regel für internationale Besucher, die möglicherweise mit nicht von der EU zugelassenen Impfstoffen geimpft wurden, unnötig unerschwinglich wäre.

„2G kann ein Baustein für den erfolgreichen Neustart der Eventbranche sein, aber wir müssen jede Messe einzeln betrachten“, sagt Emanuel Höger, Sprecher der Grünen Woche & Co. Messe, sagte die Berliner Zeitung.

„Bei Messen mit einem großen internationalen Publikum ist die Situation komplexer, weil bestimmte international eingesetzte Impfstoffe wie Sputnik oder der Impfstoff des chinesischen Unternehmens Sinovac derzeit keine europäische Zulassung haben. Hier bräuchten wir zusätzliche Lösungen.“

Aber wird das definitiv passieren?

Das hängt alles davon ab, wie viel Unterstützung das Vorhaben im Berliner Senat findet. Im Moment ist es in erster Linie ein Vorschlag, Pop, aber als Wirtschaftssenatorin ist sie sicherlich nicht ohne Einfluss.

Da Hamburgs Plan bisher anscheinend gut funktioniert, könnten Berliner Politiker zuversichtlich genug sein, die Pläne voranzutreiben, um eine mögliche Gegenreaktion von denen abzuwehren, die die Maßnahmen für zu hart halten.

Was auch immer passiert, wir werden Sie auf jeden Fall auf dem Laufenden halten.

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