Neues Coronavirus in Fledermäusen entdeckt- Besteht Grund zur Sorge?

Der Beginn einer globalen Pandemie, die das Leben der Menschen weltweit nun schon seit Beginn 2020 überschattet, entsprang wahrscheinlich diesem Tier: Der Fledermaus. Es konnte zwar nicht eindeutig geklärt werden, ob die Pandemie Wuhan begann, jedoch erklären Experten der WHO offiziell, dass eine Übertragung sehr wahrscheinlich durch Fledermäuse auf ein Zwischenwirtstier und im Folgenden auf den Menschen übersprang.

Neues Coronavirus in Fledermäusen entdeckt- Besteht Grund zur Sorge?

Nun berichten erstmals Wissenschaftler*innen, dass Fledermäuse untersucht wurden, die ein neues, bisher ungekanntes Coronavirus in sich tragen. Bedeutet das den Ausbruch einer neuen Pandemie? 

Neues Coronavirus in Fledermäusen entdeckt- Besteht Grund zur Sorge

Britische Forscher*innen weißen unbekanntes Coronavirus nach

Wissenschaftler*innen der University of East Anglia in London, sowie der Gesundheitsbehörde Public Health England konnten durch Untersuchung von rund 50 Kotproben in Schottland und Wales ein eng mit dem schon bekannten SARS-CoV-Erreger verwandtes Coronavirus in Hufeisennasen nachweisen.

Eine der entnommenen Kotproben enthielt dabei das „RhGB01“- so nannten die britischen Forscher*innen das von Ihnen neu entdeckte Coronavirus. Das alles klingt natürlich zunächst einmal sehr bedrohlich, vor allem nachdem wir nun wissen, was der Ausbruch einer globalen Pandemie bedeutet.

Dennoch geben die Wissenschaftler*innen zunächst Entwarnung: Gefahr droht akut nicht, da das Virus sich an der Rezeptorbindungsstelle, mit der das schon bekannte Coronavirus in die menschlichen Zellen eindringt, stark unterscheidet.

Auch, wenn es uns natürlich ein Gefühl von Sicherheit gibt, zu wissen, dass RhGB01 unseren Zellen erst einmal nichts anhaben kann, muss dieser Virus weiterhin streng beobachtet und ernst genommen werden. Denn im Falle einer, im Moment nicht absehbaren, Virusmutation, könnte sich die Lage schnell zum Schlechten wenden. 

Unbedingt Abstand halten von Wildtieren und ihrem Kot

Pandemien entstehen meist dort, wo Menschen und Wildtiere in zu engem Kontakt stehen und schlechte hygienische Bedingungen herrschen, womöglich das Fleisch dieser Tiere gegessen wird oder Menschen in Kontakt mit deren Fäkalien kommen.

Da theoretisch die Möglichkeit zur Entstehung unendlicher Mutationskombinationen besteht, ist im Kontakt mit Fledermäusen und ihrem Kot natürlich höchste Vorsicht geboten- auch, wenn die aktuell entstandene Mutation noch nicht bedrohlich für uns Menschen ist. Was auch um jeden Preis verhindert werden muss, ist, dass die beiden Virusvarianten SARS-CoV-2 und RhGB01 miteinander in Kontakt kommen.

Wenn die neue Virusmutation mit der schon bestehenden und für menschliche Zellen schädlichen bzw. tödlichen Virusvariante in Berührung kommt, wird es wahrscheinlicher, dass auch die noch harmlose Variante durch weitere Mutationen zur Bedrohung wird. Das Problem ist, dass insbesondere Hufeisenfledermäuse keine Tiere sind, die lokal in einer bestimmten Region oder an einem Ort leben. Laut Professorin Diana Bell fliegen diese Fledermäuse durch ganz Europa, Afrika, Asien und Australien.

Viren wurden bisher sogar in Osteuropa gefunden worden. Durch die hohe Mobilität und Verbreitung der Tiere, ist natürlich auch die Gefahr für eine Virusmutation oder -neuentstehung wahrscheinlicher und schlechter eingrenzbar. Es gibt mehr als 90 Arten von Hufeisennasen-fledermäusen, die Coronaviren übertragen können.

Gefahr durch Fledermäuse besteht schon seit Jahrtausenden

Die Art der Fledermäuse selbst besteht natürlich schon viel länger, als es die Coronapandemie gibt. Die Coronaviren waren wahrscheinlich schon seit tausenden Jahren in den Tieren angelegt und womöglich war der Ausbruch der Pandemie somit nur eine Frage der Zeit.

Im Organismus einer einzigen Fledermaus, die ein SARS-ähnliches Virus in sich trägt, können unzählige weitere Mutationen entstehen- das zeigt, wie unfassbar fragil die Welt, wie wir sie kennen ist. Das schon bekannte Coronavirus ist bei weitem nicht das einzige Virus, das dem Menschen gefährlich werden kann.

Den Menschen bleibt somit nur eine Möglichkeit: Aufzuhören zu tief in die Natur einzugreifen und sich zurückzuziehen. Je weniger Menschen im Kontakt zu Wildtieren, wie den Hufeisennasen stehen und je mehr Abstand zwischen Mensch und Tier herrscht, desto geringer ist auch die Gefahr für weitere, potenzielle Mutationen von Viren.

So betont auch Diana Bell, Expertin für neu auftretende zoonotische Krankheiten, dass man diese Wildtiere in Ruhe lassen solle. Der Fokus auf Massenimpfkampagnen und der weiteren Durchsetzung von Abstandsregeln kann also nur zu einer langfristigen globalen Strategie gegen Pandemien beitragen, wenn auch weiteren Mutationen und Zoonosen vorgebeugt wird. Rund 60 Prozent der Infektionskrankheiten, die den Menschen plagen, wurden durch tierische Wirte übertragen.

Dies ist nicht nur bei COVID-19 der Fall, sondern auch bei anderen, bekannten Krankheiten, wie HIV, Ebola oder Zika. Die Gefahr weiterer Pandemien ist also ein Problem, das weiterhin existiert und nicht gebannt ist, da viele Städte und Dörfer zu nahe an den Lebensraum wilder Tiere grenzen. Strukturelle Anreize zum Schutz von Wildtieren in ihren natürlichen Habitaten, kann also auch dazu beitragen den Menschen vor künftigen Infektionen zu schützen.

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