Kochsalzlösung statt COVID-Impfstoff: Deutsche Krankenschwester äußert sich zum Skandal

In Norddeutschland wird eine Krankenschwester beschuldigt, Tausende von Menschen dazu gebracht zu haben, sich mit Kochsalzlösung statt mit dem Impfstoff COVID-19 impfen zu lassen.

Kochsalzlösung statt COVID-Impfstoff: Deutsche Krankenschwester äußert sich zum Skandal

Den Behörden zufolge soll eine Krankenschwester des Roten Kreuzes, die in einer Impfstelle in Friesland arbeitet, im März und April die falsche Impfung an die Bevölkerung verteilt haben, berichtet Reuters. Rund 8.600 Menschen könnten die Kochsalzlösung anstelle des Impfstoffs erhalten haben, sagte Sven Ambrosy, ein Landrat von Friesland, auf Facebook.

Kochsalzlösung statt COVID-Impfstoff: Deutsche Krankenschwester äußert sich zum Skandal

Ambrosy erklärte: “Ich bin völlig schockiert über diesen Vorfall.” “Der Landkreis Friesland wird alles tun, um sicherzustellen, dass die Betroffenen so schnell wie möglich ihren Impfschutz erhalten.”

Obwohl von der Kochsalzlösung keine Gefahr ausgeht, raten die Beamten allen, die in diesem Zeitraum in der Impfstelle Roffhausen geimpft wurden, dringend zu einer Auffrischungsimpfung. Sie kontaktieren telefonisch oder per E-Mail diejenigen, die möglicherweise einen gefälschten Impfstoff erhalten haben, und es wurde auch eine spezielle Informations-Telefonleitung eingerichtet, schrieben die Beamten auf Facebook.

Die niedersächsischen Gesundheitsbehörden erklärten, die betreffende Krankenschwester habe Zugang zu den Impfstoffen gehabt, weil sie “während ihrer Arbeitszeit in der Impfstelle für die Vorbereitung der Impfstoffe und die Vorbereitung der Spritzen zuständig war”, berichtete CNN.

Nach Angaben von Reuters ist nicht klar, ob in diesem Fall Anklage erhoben oder Verhaftungen vorgenommen wurden. Obwohl die betroffene Krankenschwester nicht öffentlich identifiziert wurde und keine Erklärung für die Motivation gegeben wurde, wird berichtet, dass die betreffende Person in den sozialen Medien Zweifel an den COVID-19-Impfungen geäußert hatte.

Ein ähnlicher Skandal ereignete sich letzten Monat in Indien. Viele zahlten Tausende, um in einem “Impfzentrum” den COVID-19-Impfstoff zu erhalten, bekamen aber stattdessen Spritzen mit Kochsalzlösung. Die Behörden verhafteten 14 Personen und beschuldigten sie, gefälschte oder abgelaufene Impfstoffe an rund 4 000 Menschen abgegeben zu haben. Außerdem nahmen sie Tausende von Dollar ein.

Wie hat die Krankenschwester darauf reagiert?
Der 40-jährigen Frau wird vorgeworfen, die Kochsalzlösung im April mindestens sechsmal in einem Impfzentrum verwendet zu haben.

Der Anwalt der Frau, Christoph Klatt, sagte der Nachrichtenagentur DPA, es habe sich um einen “einmaligen Vorfall” gehandelt.

Sie sei in Panik geraten, nachdem ihr ein Impfstoff-Fläschchen zerbrochen war – und habe aus Angst vor einer Kündigung das Fläschchen mit Kochsalzlösung aufgefüllt, um ihren Job weiter zu machen.

Die Impfungen, die den Patienten verabreicht wurden, enthielten den Impfstoff, nur verdünnt mit Kochsalzlösung, sagte Klatt.

Die Ermittler vermuten jedoch, dass die Frau dies viel öfter getan hat als die sechs Male, die sie zugab. Zeugenaussagen in der Impfstelle ließen vermuten, dass eine größere Anzahl von Menschen betroffen war. Die Krankenschwester wurde schließlich aus ihrem Job entlassen.

Die Behörden erklärten zwar, das Motiv der Krankenschwester sei unklar, stellten aber fest, dass sie sich in sozialen Medien skeptisch über Impfstoffe geäußert hatte.

Ihr Anwalt sagte am Donnerstag, dass kein politisches Motiv hinter der Tat stecke.

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