Das deutsche Startup Isar Aerospace unterzeichnet ersten Startvertrag

Isar Aerospace, eines von drei deutschen Startups, die um die ESA-Finanzierung für Smallsat-Trägerraketen kämpfen, deren Debüt sie nächstes Jahr anstreben, hat seinen ersten Startvertrag erhalten.

Airbus Defence and Space plant den Start eines zukünftigen Erdbeobachtungssatelliten auf der Spectrum-Rakete von Isar Aerospace, einer zweistufigen Rakete, die bis zu 700 Kilogramm Nutzlast in die sonnensynchrone Umlaufbahn befördern soll. Der am 22. April angekündigte Vertrag enthält Optionen für zusätzliche Spectrum-Starts, enthält jedoch keinen Zeitplan für die eine feste Mission.

Isar Aerospace beabsichtigt, den ersten Start von Spectrum im Jahr 2022 durchzuführen. Das 2018 gegründete Unternehmen mit Sitz in München hat kürzlich die ausschließliche Verwendung einer von zwei Startrampen im derzeit im Bau befindlichen norwegischen Andøya Space Center arrangiert. Der 20-jährige Mietvertrag ermöglicht es Isar Aerospace, Nutzlasten in sonnensynchronen und polaren Umlaufbahnen einzusetzen.

Airbus Defence and Space arbeitet derzeit an mindestens zwei Erdbeobachtungskonstellationen für sonnensynchrone Umlaufbahnen. Einer davon, Pléiades Neo, wird aus vier 750-Kilogramm-Satelliten bestehen, von denen der erste am 29. April mit einer von Arianespace betriebenen Vega-Rakete zusammen mit fünf kleineren Nutzlasten gestartet werden soll. Airbus plant, mit Vega und Avios neuem Vega C die anderen drei Pléiades Neo-Satelliten zu starten, die für die von Spectrum angekündigte SSO-Kapazität von 700 Kilogramm zu schwer sind.

Die Konstellation Composante Optique 3D (CO3D), ein gemeinsames Unternehmen von Airbus und der französischen Raumfahrtagentur CNES, scheint besser zu der Rakete von Isar Aerospace zu passen. Obwohl die erste CO3D-Konstellation mit vier Satelliten voraussichtlich 2023 an Bord einer Vega C gestartet werden soll, geht Airbus davon aus, dass die Konstellation auf 12 bis 24 Satelliten anwachsen könnte. Mit jeweils 300 Kilogramm würden diese Satelliten den geplanten Möglichkeiten von Spectrum entsprechen, zwei Satelliten gleichzeitig zu starten.

Ein Drei-Wege-Rennen um die ESA-Finanzierung läuft auf Hochtouren

Isar Aerospace ist eines von drei deutschen Start-ups, die derzeit kleine Raketen entwickeln, um die Unterstützung der Europäischen Weltraumorganisation zu gewinnen.

Zusammen mit Rocket Factory Augsburg und HyImpulse Technologies treten die drei Startups im Rahmen des Mikrolauncher-Wettbewerbs der Deutschen Raumfahrtagentur DLR gegeneinander an.

Der Wettbewerb, der in Zusammenarbeit mit der ESA durchgeführt wird, wird eines der drei Startups im Laufe dieses Jahres mit 11 Millionen Euro finanzieren. Die Mittel sollen zur Unterstützung eines Qualifizierungsfluges verwendet werden, der eine Nutzlast für eine Universität oder Forschungseinrichtung kostenlos befördert. Ein zweiter Preis in Höhe von 11 Millionen Euro wird dann 2022 als letzte Phase des Wettbewerbs vergeben.

Bei der Bewertung der drei Startups prüft die DLR-Jury die technischen Aspekte und die wirtschaftliche Machbarkeit jedes Launchers. Infolgedessen spielt der Erfolg jedes Startups bei der Sicherung der Finanzierung und der Unterzeichnung von Startverträgen eine Rolle für die Chance, den Wettbewerb zu gewinnen.

Isar Aerospace ist das zweite der drei deutschen Raketen-Startups, die ihren ersten Startvertrag erhalten haben. Die Raketenfabrik Augsburg unterzeichnete am 31. März einen Vertrag mit einer Schwesterfirma OHB Sweden AB über den Start einer einzigen Mission. Die noch nicht angekündigte Nutzlast wird Mitte 2024 an Bord der RFA One-Rakete des Unternehmens gestartet, die 2022 auf ihrem Jungfernflug gestartet werden soll und Nutzlasten von bis zu 1.300 Kilogramm in die erdnahe Umlaufbahn befördern soll.

HyImpulse Technologies entwickelt die dreistufige Trägerrakete SL1, die Nutzlasten von bis zu 500 Kilogramm in die erdnahe Umlaufbahn befördern soll. Das Fahrzeug wird voraussichtlich 2022 sein Debüt geben. HyImpulse ist das einzige der drei Startups, das noch seinen ersten Startvertrag erhalten hat.

Im Dezember schloss Isar Aerospace eine Finanzierungsrunde der Serie B im Wert von 75 Millionen Euro ab. Einen Monat zuvor erhielt der Startanbieter im Rahmen des Boost! Der Europäischen Weltraumorganisation 1,5 Millionen Euro. Initiative zur Förderung neuer gewerblicher Raumtransportdienste in Europa. Mit dem ersten Startvertrag ebnet Isar Aerospace dem Unternehmen den Weg, Teil eines privat finanzierten kommerziellen europäischen Startmarkts in den Kinderschuhen zu sein.

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